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23. Tag nach der Jahreswende 3021

Le suilon Laylia, meleth lín!


Man mathan? Nin bado faeg.
Trotz dem ich gestern drei ihrer Späher getötet hatte, erfolgte immer noch kein Angriff von Seiten der Orks. Langsam wurden auch die Bürger Minas Tiriths ungeduldig und forderten eine rasche Entscheidung vom König. Aragorn aber hält weiter an seinen Plan. Er hat gegen Mittag bekannt gegeben, dass das Leben in Minas Tirith weitergehen soll, wie bisher. Dennoch werden überall Wachen positioniert um Alarm zu schlagen, falls sich etwas in Osgiliath rührt.
Wenigstens ist König Elessar nicht nachtragend, denn er setzte einen Vorschlag, den ich hatte, in die Tat um. Auch wir senden nun Späher aus um zu erfahren, welch Vorhaben die Orkstreitmacht plant.

Ein Teil meiner Einheit und ein Teil anderer Einheiten wurden zusammen gefügt und damit beauftragt, das Horn Gondors zu blasen, falls sich das Heer Mordors in Osgiliath auf den Weg macht. Es wurde alles genau geplant, so dass ein halbwegs normales Leben geführt werden konnte. Natürlich schwindet die Furcht nicht aus den Köpfen der Leute, aber dennoch sollen sie auf Geheiß des Königs ihre Arbeiten wieder aufnehmen.

Männer, die nicht gerade ihren Dienst als Wächter der Feste nachgingen, konnten zu ihren Familien zurück und ebenso die Frauen, die ihre Kinder bei den Alten untergebracht hatten.

Die meiste Zeit des Tages hatte ich heute damit verbracht, in meinem Zimmer zu sitzen und nachzudenken. Als ich mich an die Begegnung mit dem Nazgûl erinnerte, stellte ich fest, dass ich es nicht versucht hatte, mich zu wehren. Es war wie ein Bann, in dem ich da fest hang und zu meinen eigenen Erstaunen war dies faszinierend zugleich. Ich fühlte mich angezogen von dem vollkommenen Bösen und hatte nichts dagegen. Es war, als fühlte ich eine Verbindung zwischen mir und diesem Ringgeist, doch kann ich nicht deuten, welche. Ich spürte keine Furcht als er vor mir stand und ich weiß auch, dass er mir nichts getan hätte.
Den ganzen Tag dachte ich über dies Geschehnis nach und um mich auf andere Gedanken zu bringen, beschloss ich Éowyn in den Häusern der Heilung aufzusuchen. Ich fand sie im Garten, als sie gerade dabei war, die durch den Winter verdorrten Blüten von den Sträuchern zu entfernen. Sie lächelte mich an, als sie mich sah. "Seid gegrüßt, Laielenwen! Lange ward ihr nicht hier!"
"Es war nicht meine Absicht, aber die Dienste der Feste zwangen mich dazu." Antwortete ich ihr und bemerkte, dass ihr lächeln nur oberflächlich war. Tief in ihren Augen konnte man erkennen, dass sie sich fürchtete.
"Noch keine Nachrichten von Faramir?" fragte ich sie in der Hoffnung, sie hätte bereits etwas von ihm erfahren. Aber ihr Blick senkte sich zu Boden und sie setzte sich auf eine der weißen Bänke in den Gärten.
"Ich dachte, Ihr könntet mir vielleicht etwas sagen, aber wie es scheint, ist dem auch nicht so. Sagt, habt Ihr schon Nachrichten von der Herrin Laylia?"
Ich setzte mich zu ihr und sah nach Osten. "Bisher habe ich noch keinen Brief von ihr bekommen, aber ich bin mir sicher, dass sie mir sofort berichten wird, wenn Faramir in Lothlorién eintrifft."
"Aber ist sind seit Faramirs Abreise 3 Tage vergangen. Er müsste längst dort angekommen sein!"
"Und ich bin mir sicher, dass er es ist, Éowyn! Aber der Briefbote braucht die selbe Zeit an Tagen noch mal bis hier her. Also warten wir erst mal ab, bevor wir uns anfangen zu sorgen." Sagte ich ihr und legte meine Hand freundschaftlich auf die ihre. Sie sah mich mit einen Lächeln an. "Ihr habt ja recht! Doch werde ich um einiges erleichtert sein, wenn es eines Tages eine schnellere Form der Überbringung von Nachrichten geben sollte!"
"Oh ja, da habt Ihr recht, Frau Éowyn, die Briefboten der heutigen Zeit sind auch nicht das, was sie einmal waren. Sie sind unachtsam, unzuverlässig und bei weitem nicht gerade die Schnellsten." Scherzte ich und bemerkte, dass es Éowyn gut tat.
Gerade als ich mich von ihr verabschieden wollte, sah ich, dass Boromir durch die Gärten lief. Er selbst nahm mich allerdings nicht wahr und so verbrachte ich ein wenig Zeit ihn zu beobachten. Als er Éowyn bemerkte, die gerade an ihm vorbei lief, blieb er stehen und grüßte sie herzlich. Sie standen eine Weile zusammen da und es schien als unterhielten sie sich. Mit hoher Wahrscheinlichkeit sprachen sie über Faramir, doch glaube ich nicht, dass Boromir schon Neueres wusste. Als ich jedoch sah, wie Éowyn in meine Richtung zeigte, wurde mir klar, dass Boromir wohl nach mir gesucht haben musste. Rasch wendete ich meinen Blick von den Beiden und da war es wieder! Dieses seltsame Gefühl in meinem Bauch. Auf der einen Seite fühlte ich mich unendlich glücklich, dass Boromir nach mir suchte, jedoch auf der anderen Seite fürchtete ich mich davor, ihm gegenüber zu stehen. Ich war ratlos, wusste nicht, was ich tun sollte, doch mir blieb nicht viel Zeit zum Nachdenken, denn mit schnellen Schritten kam er zu mir geeilt.
Um meine Unsicherheit nicht preiszugeben, begrüßte ich ihm in einen kühlen Ton. Doch es schien, als würde es seiner guten Laune nichts anhaben.
"Ist dies nicht ein schöner Tag heute?" fragte er mich.
Das Gefühl in meinen Bauch wurde immer stärker und die überspielte Kühlheit bröckelte langsam von mir ab.
"Wahrlich ein schöner Tag, jetzt wo wir uns sehen!" erwiderte ich und sah ihn dabei mit einen Lächeln an.
"Lass uns ein wenig gehen, ich kenne eine Stelle, da hat man eine wundervolle Sicht über das Weiße Gebirge!" sagte er.
Ich war damit einverstanden. Einerseits gespannt darauf, an welche Stelle er mich führen wollte, andererseits erinnerte ich mich an Jaromir. Es war die selbe Stelle an der ich vor nicht all zu langer Zeit mit Jaromir stand. Ich fühlte mich erleichtert, als wir die Häuser der Heilung hinter uns hatten.
Ich hatte keine Ahnung, wo Boromir mich hinführen würde, aber auf den Weg dorthin machte ich mir allerlei Gedanken. Boromir hatte nicht nur seinen Bruder Faramir zurück, sondern auch noch einen zweiten Bruder! Wie gerne hätte ich es ihm sagen wollen, doch da war ja dieser Eid, den ich Jaromir geschworen hatte. Es war wie im Kreise des Teufels. Um den einen zu schützen, muss ich es den anderen verheimlichen. Wahrlich keine angenehme Situation. Umso mehr ich darüber nachdachte, umso ärgerlicher fand ich, dass dies Jaromir von mir verlangte.
"So, hier ist es!" rief mir Boromir zu, der schon etwas weiter voraus gegangen war.
Ich staunte nicht schlecht, als ich mich umsah. Wir befanden uns immer noch im 6. Ring, doch war es ein Platz, den ich nie zuvor gesehen hatte. Trotz des kühlen Winters strahlten wunderschöne Blüten an den Bäumen und Sträuchern. Liebevoll angelegte Wege durchkreuzten den kleinen Park. Boromir stand auf einer Plattform, die mich an den vordersten Teil eines Schiffes erinnerte.
"Rasch, komm her Laielenwen, die Aussicht ist herrlich, trotz der finsteren Tage!"
Ich lies mir das nicht zweimal sagen und ging zu der Plattform hinauf bis vor an die Spitze. Mir kam es vor, als stünde ich auf einen Schiff, welches an dem Weißen Gebirge vorbei zog. Ein leichter Wind, den ich zuvor gar nicht bemerkt hatte, wedelte mir durch die Haare und ich stellte fest, dass ich leider nicht ganz schwindelfrei war, als ich an der Plattform hinunter sah. Ein leichtes Unwohlsein durchflog meinen Körper, so dass ich etwas schwindelte. Boromir schien dies zu bemerken und legte fürsorglich seinen Arm um mich. Ich wehrte mich nicht dagegen und lies ihn gewähren. Es war ein wunderschönes Gefühl so dazustehen und ich hoffte, dass dies immer so bleiben würde. Ich neigte meinen Körper leicht zurück, so dass ich mich an Boromir anlehnen konnte. Instinktiv umschlang er mich mit beiden Armen und zog mich noch näher an sich heran.
"Mein Vater sagte mir einst, dass dies der Ort war, an dem meine Mutter häufig verweilte. Faramir und ich besuchten oft diesen Ort, wenn wir an sie dachten." sagte er mit rauer, dennoch aber leiser Stimme. Sein Kopf war dem meinen sehr nahe und als ich mich zu ihm drehte, sah ich ihm tief in die Augen.
Du weißt, Laylia, ich bin kein Mensch vieler Worte und du kannst dir sicher denken, dass ich mir diese Gelegenheit nicht entgehen lassen konnte. Es wirkte alles so vollkommen und seine Augen verrieten mir, dass er es wirklich ernst meinte, mit dem was er sagte. Ich strich ihm mit meiner Hand über die Wange und ich konnte mich gegen die Gefühle die ich empfand nicht wehren.
Als Boromir mich küsste, wehrte ich mich ebenfalls nicht, im Gegenteil, ich genoss es. Ich habe keine Ahnung, wie lange wir da so eng umschlungen da standen, aber es dämmerte bereits, als wir beschlossen, wieder zurück zu gehen. Boromir brachte mich noch in mein Zimmer und er verabschiedete sich mit einen langen Kuss von mir. Ich schwebte wie im Himmel, kam dennoch schnell wieder auf den Boden der Tatsachen zurück, denn Jaromir hatte mir eine Nachricht zukommen lassen.
Als ich sie las, stockte mir der Atem. Er hatte sich angeboten, als Späher Osgiliath auszukundschaften und war bereits schon seit Nachmittag unterwegs. Voller Fassungslosigkeit lies ich mich mit dem Brief in der Hand auf mein Bett nieder.
Ich weiß, dass ich daran schuld bin! Hätte ich ihm gestern nicht so abfällige Antworten gegeben, wäre er sicher nie auf solch einen Gedanken gekommen, dieser Narr!

Momentan durchlebe ich ein furchtbares Wirrwarr an Gefühlen. Zum einen ist es die entsetzliche Furcht vor dem großen Sturm, dass wundervolle Gefühl, sich zu jemanden hingezogen zu fühlen und zum anderen ist es die Schuld, die mich plagt, mit der ich Jaromir in Gefahr gebracht habe. All diese Empfindungen wechseln sich nacheinander ab, so dass ich fast wahnsinnig werde. Ich hoffe, dein Leben geht etwas ruhiger zu! Ich kann es gar nicht mehr erwarten endlich Nachrichten von dir zu bekommen.

Oltho vae ne fuin hen, elei velui!
Navaer Laylia!
30.4.06 00:55
 


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