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Minas Tirith, 20. Tag nach der Jahreswende 3021

Mae govannen Laylia, mellon nin!


Es ist gerade Mitternacht und die Spannung in Minas Tirith wächst. Heute war es nicht ganz so ruhig in der Stadt. Erste Wachen wurden dazu beordert, ihre Stellungen einzunehmen um einen eventuell unerwartenden Angriff abzuwehren.
Mein Schlaf letzte Nacht war nicht ganz so gut, so dass ich heute Früh schon kurz vor Sonnenaufgang aufstand. Mein erster Weg führte mich zu König Aragorn. Bisher wurden mir keine Männer zugewiesen und ich wollte ihn daher fragen, in welch Reihe ich kämpfen soll.

Im siebenten Ring angekommen, sah ich, dass Faramir gerade bei Aragorn stand. Ich griff nach dem Brief in meiner Manteltasche und ging auf die beiden zu. Faramir empfang mich mit einen Lächeln, dass mir Gänsehaut bereitete. Um von der unangenehmen Situation abzulenken, fragte ich den König ob er ein wenig Zeit für ein Gespräch hätte. Er nickte und sah mich freundlich an, doch konnte ich in seinen Augen sehen, dass ihm etwas anderes, viel schlimmeres bedrückte. Vielleicht würde ich bei dem Gespräch ja mehr erfahren, dachte ich mir.
Kurz, bevor ich ging, drückte ich Faramir deinen Brief in die Hand und sagte ihm, dass er ihn dir überbringen solle. Er nahm ihn an sich und steckte ihn in seine Manteltasche.
„Er wird heil bei seinem Empfänger ankommen.“ sagte er und fügte hinzu. „Falls Ihr Frau Éowyn sehen solltet, sagt ihr von mir, dass ich sie liebe und schon bald wieder zu ihr zurück kommen werde.“
Nun wurde mir die ganze Situation erst einmal bewusst! Faramir machte sich auf den Weg nach Lothlórien und ich kam mit so einen lächerlichen Brief daher. Niemand war sich sicher, ob der Hauptmann je den Wald Galadriels erreichte, musste er doch den Weg nehmen, den auch die Feinde nahmen. Mir tat es im Herzen weh, daran zu denken, dass auch Jaromir seinen zweiten Bruder verlieren könnte, ohne das jener weiß, dass Jaromir existiert. Wie gerne hätte ich es Faramir in dieser Situation gesagt, doch der Schwur es keinem zu erzählen, hielt mich davon ab, statt dessen antwortete ich. „Ich werde es Eurer Frau Gemahlin ausrichten!“
„Habt Dank! Schildmaid Gondors!“ antwortete er und stieg auf sein Pferd.
„Hier! Nimm das!“ sagte Aragorn und überreichte Faramir einen Elbenmantel. „Leg ihn an und du wirst in gefährlichen Situationen vor dem Feind ungesehen bleiben. Es ist ein Geschenk Arwens, sie hat ihn eigens für dich genäht. Reite schnell und blicke nicht zurück! Bitte Éomer um Hilfe! Allein kann Gondor diesen Krieg nicht abwehren. Geh!“
Faramir bedankte sich aufrichtig für das großzügige Geschenk und ritt los. Eine Träne lief mir über die Wange, als er durch das Tor des letzten Ringes ritt. Ich lief zur Mauer und sah ihm hinterher.

Da zog er nun davon, Faramir, Denethors Sohn und es war ungewiss ob er je wieder zurück kommen wird. Aragorn stellte sich neben mich und sah ebenfalls über die Mauer. Man konnte deutlich spüren, dass auch er sich um seinen Hauptmann sorgte. Sein Blick wanderte langsam von Faramir hinüber nach Osten. Rauch stieg auf über Mordor und man konnte das Herannahen des Feindes förmlich spüren. Dunkle Wolken bedeckten den Himmel, schwärzer als sie Mittelerde je gesehen hatte. Von unten hörte man die Worte von Leuten, die ihrem Statthalter hinterher liefen. Als er den ersten Ring erreichte, bildeten die Menschen eine Gasse, durch die er durchritt mit seiner Leibwache, die ihn bis zum Tor geleitete. Frauen warfen ihm Blumen hinterher und Kinder winkten ihm zu, sich dessen nicht bewusst in welche beinah hoffnungslose Fahrt er sich da begab. Ganz unten am Tor konnte ich einen kleinen weißen Punkt erkennen. Es musste sicher Gandalf gewesen sein, der sich von Faramir verabschiedete.
„Laielenwen?“ Aragorn riss mich aus meinen Gedanken. „Nun komm, gehen wir hinein!“
Ich folgte ihm bis in den Thronsaal des Königs und setzte mich an einen Tisch. Elessar setzte sich mir gegenüber.
„Verzeiht mein König! Aber ich bitte darum mir zu befehligen, in welch Ring ich kämpfen soll!“ sprach ich.
„Warum auf einmal so förmlich junge Dame? Du hältst dich doch sonst nicht an die Umgangsregeln gegenüber eines Königs. Was verschafft mir die Ehre?“ Er lächelte mich an und es tat gut ihn auch mal in einer entspannten Situation zu erleben.
„Du hast recht Streicher, warum so förmlich. Aber nun sag endlich, welch Ring wird meiner sein? Wenn es nach mir gehen würde, was natürlich nicht der Fall ist, würde ich mich gerne an den Verteidigungsanlagen des ersten Ringes sehen. Sozusagen an vorderster Front!“
Aragorn nahm sich einen Kelch Met und setzte zu einem großen Schluck an. „Verteidigungsanlagen im ersten Ring? Der Hauptmann dort ist Beregond. Du hast Glück, denn er fragte bereits nach einen weiteren Hauptmann, denn es sei unmöglich all seine Männer von einem befehligen zu lassen. Es wäre taktisch klüger einen weiteren einzusetzen, da man die Streitkräfte dann aufteilen könnte. Linke und Rechte Formation, verstehst du?“
„Nein!“ antwortete ich und musste mir doch selbst eingestehen, wie sehr ich die Zeit mit Streicher vermisste, als ich mit ihm durch die Wälder zog. „Natürlich verstehe ich was du meinst, du verdammter Narr!“ scherzte ich herum. „Wie viele sind es denn, die unter meinen Befehl stehen?“
„50 Soldaten, darunter auch einige Frauen.“ antwortete Aragorn.
„So sei es! Die Verteidigungswerke der linken Seite gehören mir! Wollen wir doch mal sehen, ob die Horden Mordors es wagen, an Laielenwen, der gefürchteten Kriegerin Gondors vorbeizukommen! Aber sag, welchen Befehl hast du Jaromir erteilt?“
Ich bemerkte, wie Aragorn einer Bediensteten anwies, den Krug mit Met nachzufüllen und schüttelte mit dem Kopf. „Du lebst ganz schön auf dem hohen Ross, mein Lieber. Früher, als du dein Leben als Waldläufer geführt hast, hast du das Wasser aus dem Fluss gesoffen und nun bist du nicht einmal mehr dazu in der Lage, dir selbst den Kelch nachzufüllen."
Diese Bemerkung konnte ich mir wahrlich nicht verkneifen. Aragorn grinste mich an und zu meinem und der Bediensteten Erstaunen, griff er zum Metkrug und trank da raus, setzte ihn aber ebenso schnell wieder ab, als Arwen zur Tür hinein kam.
„Es liegt an Arwen...“ flüsterte er mir zu „...die Eigenheiten der Elben färben ab.“
Ich nickte ihm verständnisvoll zu und erinnerte ihm noch einmal an die Frage, die ich ihm gestellt hatte.
„Jaromir? Nun, da ich von Gandalf erfahren habe, dass ihr euch sehr gut miteinander versteht, würde ich ihn dir zuteilen. Er ist ein guter Bogenschütze und mit dem Schwert weiß er auch umzugehen.“
Ich erinnerte mich an das Schwert Ecthelions, was Jaromir nun bei sich trug.
„Weise Entscheidung, hätte ich nicht besser treffen können.“ Erwiderte ich darauf und wendete mich zu Arwen. „Was ist mit Euch, meine Herrin? Werdet Ihr mit in die Schlacht ziehen?“
Sie setzte sich zu uns. „Auch wenn Aragorn es nicht für richtig hält, so werde ich trotzdem kämpfen. Zwar habe ich mich für ein menschliches Leben entschieden, dennoch ist es mein Volk, welches der Feind vernichten will. Es ist nur ein Mittel zum Zweck, dass Gondor angegriffen wird, besitzen wir doch dieser Zeit, die stärkste Armee Mittelerdes. Der eigentliche Schlag geht gegen die Elben und das kann und darf ich nicht zulassen!“
Ich spürte, dass dies ein Thema der beiden war, über welches sie sich noch nicht einig waren und beschloss von etwas anderen anzufangen. „Aragorn! Hast du bereits erfahren, wann Legolas und Gimli hier eintreffen werden?“
Der König war mir sichtlich dankbar für meinen Themawechsel und antwortete:
„Eintreffen werden? Die beiden sind schon längst da! Hättest du dich gestern Abend nicht in der Stadt rumgetrieben, so hättest du es bereits gemerkt!“
„Nun denn, man kann ja nicht immer zur Stelle sein, nicht wahr?...“ Ich stockte, mir kam da so ein Gedanke und es brannte mir auf der Zunge. Ich konnte gar nichts anderes als fragen. „Aber nun mal etwas anderes. Sag mal Streicher, ich habe vorhin Faramirs Schwert gesehen, es ist nicht dies seines Vaters. Wenn er nicht im Besitz Ecthelions Schwert ist, wer dann?“
Aragorn sah mich irritiert an. „Wie kommst du denn jetzt darauf? Soweit ich weiß, ist es das Schwert Denethors. Eigentlich besteht daran kein Zweifel.“
Nun sah ich ihn irritiert an. Wenn Faramir das Schwert seines Vaters hatte, welches Schwert trug dann Jaromir?

Ich wollte der Frage unbedingt nachgehen und verbrachte den Nachmittag damit, in der Bibliothek in den Aufzeichnungen der Schwerter nachzuforschen. Ich fand Zeichnungen von den Schwert Ecthelions, es glich dem, welches Jaromir bei sich trug, bis zur kleinsten Inschrift. Dann fand ich Zeichnungen von Denethor und nun das Seltsame, meine Liebe! Es waren zwei vollkommen unterschiedliche Ausfertigungen. Mir lies das ganze keine Ruhe und ich forschte weiter nach. Ich kramte in etlichen Aufzeichnungen Ecthelions. Ich nahm mir einen Becher Met und begann zu lesen. Ich weiß nicht, wie lange ich daran saß, es kam mir vor wie Minuten, doch waren es Stunden.
Ich stellte meinen Becher erstaunt zur Seite, als ich an eine Stelle kam, wo erwähnt wurde, dass Ecthelions Schwert bei einem Kampf zerbrach. Er lies sich ein Neues anfertigen und von Asgard (des Schwertes Namen) war nie wieder die Rede. Doch nun verrate mir, meine liebe Laylia, wie kommt der Schaft des Schwertes in die Hallen der toten Könige? Jemand muss es gefunden haben.
Als ich die Aufzeichnungen wieder an ihren Platz legen wollte, fiel mir auf, dass auf der letzten Seite etwas hinzugefügt worden ist. Es war in einer anderen Handschrift geschrieben:

Ein Schwert ward zerborsten,
Das verlorene Kind kehrt zurück,
Die letzte Schlacht wird entflammen,
Schaft und Klinge in einem Stück.

Was dem Vater verwehrt, gebührt dem Kind,
Die Saat des Bösen wird zerstreut im Wind,
Hoch im Licht das geschmiedete Schwert,
Die Söhne Gondors sind zurückgekehrt!


Ich habe keine Ahnung, wer diese Prophezeiung geschrieben haben könnte, doch dass es darin um Jaromir geht, mag ich nicht bezweifeln. Die Klinge ist für ihn bestimmt! Ich konnte diese Neuigkeit kaum glauben und musste sofort Jaromir davon berichten.
Als ich zur Tür hinaus trat, war es bereits Dunkel und ich konnte für wahr nicht glauben, dass ich 5 Stunden in der Bibliothek verbracht hatte.

Ich fand Jaromir in den Gärten der Heilhäuser. Mit dem Rücken zu mir gewand, stand er an der Mauer und richtete sein Blick nach Osten. Ich ging zu ihm und stellte mich neben ihn. Sein Blick war weiterhin auf Mordor gerichtet und er sagte: „Die Sterne sind verhüllt. Es wird nicht mehr lange dauern, bevor sie da sind, ich kann es spüren.“
Die Stille wurde durch wildes Geschrei unterbrochen. Ich sah hinunter und merkte, dass die unteren 3 Ringe komplett geräumt wurden. Alle Bewohner sollten sich in die oberen 4 Ringe begeben. Kräuterfrauen, Heiler... alle, die etwas von der Medizin verstanden, wurden zu den Heilhäusern gerufen.
Völlig erstarrt über das Entsetzen der herannahenden Dunkelheit, vergas ich, warum ich eigentlich nach Jaromir suchte. Wieder war Geschrei zu hören und als ich diesmal nach unten sah, bemerkte ich, dass die Menschen zum Weißen Turm zeigten. Dennoch konnten sich meine Blicke nicht von der Schwärze des Bösen lösen. Es schien, als wäre mein Blick gefesselt. Doch es war wie mit einem Schlage vorbei, als ich eine vertraute Stimme in meinen Ohren hörte. „Sieh, Laielenwen! Die Leuchtfeuer Gondors!“
Er stand so nah bei mir, dass ich seinen warmen Atem an meinen Ohren spürte. Ein Hauch von Gänsehaut überzog meinen Körper und mein Herz begann schneller zu schlagen. Irritiert drehte ich mich um und sah zu den Feuer. Eindrucksvoll, voller Stolz und Kraft stachen die Flammen den Himmel empor.
„Gondor ruft um Hilfe!“ sagte ich mehr zu mir selbst als zu Jaromir und ich sah an seinem regungslosen Gesicht, dass er es auch nicht verstanden hatte. Nach einander sah man, wie die Leuchtfeuer entflammten. Wahrlich ein beeindruckendes Schauspiel, wäre es doch nicht ein Hilferuf in Zeiten des Krieges.
Und dann geschah, was keiner vorher ahnen konnte. Ein Donner schallte durch ganz Gondor und ein roter, feuriger Blitz entlud sich über Osgiliath. Erschrocken drehten wir uns um und bemerkten nicht, wie sich unsere Hände berührten. Wie von selbst umfasste ich Jaromirs Hand und rückte näher an ihn heran. Es tat gut, seinen warmen Körper an meinen zu spüren und es gab mir ein Gefühl der Geborgenheit. Ein weiterer Blitz überzog Osgiliath und den Pelennor. Wenn man genau hinsah, konnte man die Scharen des Bösen erkennen. In einer Reihe, in dem feurigen Licht des Blitzes noch angsteinflößender aussehend, zog sich die endlose Schlange dahin. Es müssen Tausende, Zehntausende gewesen sein, die sich auf den Weg nach Osgiliath machten.
„Nun hat es also begonnen.“ sagte ich zu Jaromir und rückte noch ein wenig näher an ihn heran. Ohne mir dessen bewusst zu sein, umfasste ich seine Hand noch stärker.
„Sicher werden sie sich in Osgiliath formieren. Es scheint ungewiss, wenn sie angreifen, aber ich denke nicht, vor Sonnenaufgang.“ sprach Jaromir und sah mir dabei tief in die Augen. Ich entwich seinen Blicken und erwiderte: „Sicher werden sie Nachts Späher aussenden...“
„... aber das soll uns diese Nacht nicht stören. Wir haben genug Wachen, die dafür zuständig sind. Es ist vielleicht die letzte Nacht, die uns bleibt, also lasst uns ruhen gehen. Ein wenig Schlaf dürfte uns sicher gut tun.“
„Ihr habt recht, Jaromir, aber ich denke nicht, dass ich einen ruhigen Schlaf finde, währenddessen diese abscheulichen Kreaturen vor den Mauern der Weißen Stadt lagern.“
„Versucht es zu mindestens!“
Erst in diesem Moment besann ich mich, in welch einer Situation ich mich gerade befand. Noch immer hielt ich Jaromirs Hand fest in meiner und es kam mir im Nachhinein, auch jetzt noch, unheimlich kindisch und albern vor.
Für wahr, was sollte dieser Waldläufer nun von mir denken? Ich, die furchtlose Kriegerin Gondors!
Langsam fange auch ich an, an mir zu zweifeln. Ist es wirklich sinnvoll, was wir hier tun? Dieser Krieg verursacht eine Veränderung in uns allen und ich glaube nicht, dass, falls wir einen Sieg erringen sollten, es jemals wieder so sein wird wie es einst war.
Ich fühle mich wie eine Gefangene in dieser Festung. Der Feind wartet nur darauf in einen unachtsamen Moment zuzuschlagen, aber ich werde tun, was mir mein König befohlen hat. Ich werde den ersten Ring mit Schwert und Bogen verteidigen und wenn es mein Leben kostet.

Nun denn, bevor der große Sturm beginnt, werde ich nun noch ein Weilchen ruhen. Noch vor Sonnenaufgang erwartet mich Gandalf im ersten Ring. Bogenschützen wurden bereits in Form und Reihe aufgestellt.

Leb wohl, holde Elbenmaid!
24.4.06 20:38
 


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