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19. Tag im neuen Jahr 3021, 3. ZA

Alae Laylia, mellon nin!


Heute habe ich deinen Brief bekommen, Laylia, und es freut mich sehr wieder von dir zu hören. Seit meinem letzten Brief vom 11. habe ich ganze 3 Tage im Bett verbringen müssen. Selbst am 4. Tag wollte Gandalf mich noch nicht heraus lassen, doch gegen meinen starken Willen kam er nicht an. Nun sitze ich hier in meinem Zimmer und schreibe dir diesen Brief. Über Minas Tirith liegt eine Wolke der Angst, denn das Böse rückt immer näher.
Aber nun möchte ich dir erst mal von den Geschehnissen der letzten Tage berichten.

Gegen Mittag des 11. Tages kam Jaromir noch einmal kurz in mein Zimmer und verabschiedete sich. Ich sah, dass ihm irgendetwas auf dem Herzen lag, doch konnte ich nicht erkennen, was es wohl war. Ich hatte das Gefühl, als wenn er den Tod suchte, in der Schlacht in die er zog. Ich wollte ihn abhalten, doch meine Bemühen waren zwecklos. Ohne ein weiteres Wort zu sagen, verlies er mein Zimmer und machte sich auf den Weg nach Osgiliath.
Den Rest des Tages verbrachte ich damit, aus dem Fenster zu sehen und meine Gedanken waren stets bei Jaromir. Gandalf meinte, ich solle mir keine Sorgen darüber machen, sondern eher an meine Genesung denken. Ja ja, der gute, alte Gandalf mit seinen weisen Worten! Leichter sind sie gesagt als wie getan!

Vier Tage später hörten wir immer noch keine Nachrichten von Jaromir und seinen Männern. Boten wurden ausgeschickt um zu berichten wie es um Osgiliath steht. Als sie zurück kamen, wurde die Festung kampfbereit gemacht. Späher haben erfahren, dass sich eine Streitmacht von Barad-Dûr aufmacht und Minas Tirith in 6 Tagen erreichen will. Es war grauenvoll mit anzusehen, wie die Männer von ihren Familien weg gezogen wurden. Jeder kann verstehen, dass sie so kurz nach dem Ringkrieg keine Lust auf einen neuen Krieg haben. Ich habe es gesehen, liebe Laylia, es war so furchtbar! Kleine Kinder, die weinten, weil ihr Papa sich für den Krieg kampfbereit machen musste. In Minas Tirith herrschte ein Durcheinander, dass man es kaum wagte, auf die Straße zu gehen.
Es blieb kaum Zeit für meine Genesung, denn ich konnte nicht tatenlos meine Zeit im Bett verbringen, währenddessen in Minas Tirith die Kriegvorbereitungen begannen. Ich half wo ich konnte und merkte, dass es mir die letzten Tage fehlte, so gefordert zu werden. Auch Gandalf meinte, dass ich trotz der Anstrengungen ziemlich schnell zu Kräften kam.

Am 16. des Monats wurden Jaromir und seine Männer zurück gerufen. König Elessar meinte, dass es sinnlos wäre mit so wenigen Männern die Stadt zu verteidigen. Faramir bot sich an, ebenfalls mit seinen Männern nach Osgiliath zu reiten, doch Aragorn sagte, dass er sie hier in Minas Tirith brauchte.
Von Jaromirs Männern kamen weniger als die Hälfte zurück. Der Rest fiel im Kampf gegen die Orks. Zum Glück kam Jaromir heil zurück, denn ich hätte es mir sonst niemals verzeihen können ihm im Stich gelassen zu haben.
In einem Gespräch mit dem König erzählte er, dass der Fluss bereits eingenommen wurde. Es ist nur eine kleine Streitmacht, die vom Osten her Osgiliath angreift, dennoch verfügen sie über Waffen und Kriegsmaterial, gegen dass eine kleine Schar Menschen nichts ausrichten kann. Der Rat der Könige, der nun eigentlich am 16. diesen Monats stattfinden sollte, wurde abgesagt. Zu unsicher ist es momentan unser Land zu betreten. Aragorn meinte, dass er so ein Risiko nicht eingehen kann. Wie sehr hatte ich mich auf den Rat gefreut, aber es ist eine weise Entscheidung von ihm. Ich hätte es nicht besser machen können.
Gegen Abend, als ich Éowyn half, die Betten in den Häusern der Heilung herzurichten, kam Jaromir vorbei. Wahrlich ein düsterer Anblick der sich mir bot. Wie immer in den letzten Tagen, hatte er auch zu diesem Zeitpunkt seine Kapuze des schwarzen Mantels tief ins Gesicht gezogen. Éowyn sah mich kurz an und ging dann aus dem Zimmer.
„Schön zu sehen, dass es Euch besser geht!" sagte Jaromir.
„Ja, in den letzten Tagen bin ich ganz schön zu Kräften gekommen. Man könnte fast sagen, der Trubel tut mir gut." Ich lächelte.
Jaromir vergewisserte sich, dass niemand in der Umgebung war, streifte seine Kapuze zurück und kam näher auf mich zu. „Schön Euch wieder lächeln zu sehen."
Es war ein komisches Gefühl, ihn so stehen zu sehen, glich er doch Faramir wie ein Ei dem anderen. Auch seine Art und sein edler Charakter erinnerten mich immer mehr an den Truchsess Gondors.
„Auch ich bin froh Euch wiederzusehen! Ihr hättet ebenfalls tot sein können, aber nun erzählt! Was für Pläne hat der König?" fragte ich um von der Situation abzulenken und auf andere Gedanken zu kommen.
„Die Festung ist soweit gerüstet, doch ist sie niemals dazu in der Lage, einen weiteren, harten Schlag Mordors entgegen zu stehen. Vieles, was im Ringkrieg zerstört worden ist, wurde noch nicht wieder aufgebaut. Ein Sieg scheint aussichtslos, Ihr habt die Männer gesehen! Deren Kampfgeist ist erloschen und man kann es ihnen verzeihen."
Ich setzte mich zu ihm. „Ihr habt ja recht. Aber Aufgeben dürfen wir nicht! Wir haben es schon einmal geschafft, Mittelerde zu verteidigen und werden es auch wieder schaffen. Wir haben den Weißen Zauberer, er wird uns helfen! Vertraut mir, es wird wieder eine Zeit geben, in der wir strahlend den Sonnenaufgang beobachten werden und uns dann zurück erinnern wie tapfer wir Seite an Seite mit unseren Freunden für Gondor gekämpft haben!"
Der bedrückende Ausdruck in seinem Gesicht verflog und ich sah den Kampfgeist, der in seinen Augen entflammte. „Ja, zeigen wir es diesen dreckigen Orks! Auch wenn die Aussichten auf einen Sieg gering sind, so werden wir ihnen dennoch die Stirn bieten und bis zum letzten Mann kämpfen!"
„Ihr sagt es und nun lasst uns auf andere Gedanken kommen. Gehen wir ein Bierchen trinken!" erwiderte ich und war erstaunt wie sehr sein Kampfgeist durch meine paar Worte geweckt wurde. Ein Ork wäre ich wahrlich nicht gern gewesen, wenn Jaromir vor mir stehen würde!
Der Rest des Tages verlief ohne irgendwelche Zwischenfälle. Wir unterhielten uns noch über Dies und Das und nach einen genüsslichen Bierchen und einer Pfeife guten Alten Tobi ging ich in mein Zimmer und legte mich schlafen.

Am Montag, den 17. des Monats wurden wir alle vom König in den letzten Ring gerufen. Es fand eine Versammlung statt, in der uns Aragorn seine Kriegstaktik erläuterte. Wie du weißt, bin ich kein Freund von Taktiken und dergleichen. Demnach habe ich auch nicht besonders zugehört und war vielmehr damit beschäftigt, mich nach Jaromir umzusehen. Doch leider konnte ich ihn nirgends finden und irgendwie stimmte es mich traurig. Ich sah Gandalf, Aragorn und Faramir zusammen sitzen und energisch miteinander diskutieren. Ich hörte Aragorn sagen, dass er nun in dieser Situation Gondor auf keinen Fall verlassen kann und dass er doch eigentlich dich besuchen wollte. Gandalf bot sich an, nach Lothlórien zu reiten, doch Aragorn sagte, dass er den Zauberer lieber hier bräuchte. Es sind ein paar Worte gefallen, die ich nicht hören konnte, doch nach einer Weile stand fest, dass Faramir nun nach Lothlórien reiten soll. Er will sich morgen auf den Weg machen und ich denke, dass ich ihm gleich deinen Brief mitgeben kann.
Gegen Abend, als die meisten der Gäste bereits gegangen waren, kam Aragorn zu mir und wies mich an, mich neben ihm zu setzen. Er sagte mir, dass ich während des Angriffs doch hier im letzten Ring bleiben solle. Ich wusste nicht so recht, was er mir damit sagen wollte, aber ich sah es überhaupt nicht ein, hier in den Häusern des Königs zu verweilen, wenn draußen auf dem Feld meine Freunde kämpfen.
„Ich bin ein Teil Gondors. Ich werde für mein Land kämpfen, ob du es willst, oder nicht!" antwortete ich ihm.
„Du bist wahrlich eine Kriegerin Gondors. Nun denn, ein Versuch war es wert." sagte er mit einem Lächeln im Gesicht. Es ist schon ein hübscher Mann, den wir da als König haben, vor allem wenn man ihm so gegenüber sitzt, meine Liebe! Aber mir blieb nicht viel Zeit für Schwärmerei, denn durch die Tür auf der linken Seite des Saales kam Arwen hinein und setzte sich zu uns. Ihre elbische Schönheit strahlte im ganzen Saal und man hätte leicht denken können, es wäre ein fröhlicher Tag wie jeder andere. Doch ein dunkler Schatten lag über ihrem Gesicht. Sie erzählte mir, dass ein Nachkomme Melkors ihr Volk vernichten will. Ich erzählte ihr, dass ich dies bereits von dir erfahren hatte und nickte mit dem Kopf. Sie erwähnte im Laufe des Gespräches auch deine Elbenkräfte, doch ging sie nicht genauer darauf ein. Sie sagte nur, dass du eine der wichtigsten Personen im Krieg seiest und wenn dich der Feind findet, wird zuerst ihr Volk und dann ganz Mittelerde vernichtet werden.
Nach diesen nicht geradezu aufheiternden Gespräch ging ich nach Hause. Den ganzen Tag hatte ich Jaromir weder gesehen noch gehört. Auch Gandalf wusste nicht, wo er sich aufhielt.

Gestern war im Gegensatz zu den anderen Tagen wahrlich ein ruhiger Tag. Die Festung war soweit gesichert, die Taktik stand auch fest und nun begann die große Ruhe vor dem Sturm. Späher berichteten, dass Melkors Streitmacht Minas Tirith am Freitag bei Sonnenuntergang erreichen wird.

Wir haben heute Mittwoch und es sind noch 2 lange Tage bis der Ansturm erwartet wird. Diese ewige Warterei... Man weiß nicht, was passieren wird und in den Köpfen der Menschen spielen sich die schlimmsten Gedanken ab.
Das auch ich auf andere Gedanken komme, nahm ich mir heute Früh vor, Jaromir zu suchen. Ich fand ihn in der Waffenschmiede. Er hatte ein zerborstenes Schwert in der Hand und bat dem Meister es neu zu schmieden.
„Verschwinde!" rief ich dem Schmied zu und mit einem Nicken verlies er den Raum.
„Dies ist nicht Euer Schwert! Von wem habt Ihr die zerbrochene Klinge?" fragte ich Jaromir. Er erschrak als er meine Stimme hörte, denn er hatte mich nicht kommen hören.
Er drehte sich zu mir um. „Es ist die Klinge meines Vaters!"
„Eures Vaters?" fragte ich erstaunt und wagte hinzuzufügen „Die Klinge des Herrn Denethors...?"
„Wie kommt Ihr darauf?" Seine Stimme klang ernst und düster, doch konnte er mich nun nicht länger hinters Licht führen. Längst habe ich begriffen, wer dieser seltsame Waldläufer ist. Langsam ging ich auf ihn zu und streifte ihm seine Kapuze aus dem Gesicht. „Glaubt Ihr wirklich, Ihr könntet Euer Geheimnis noch länger vor mir geheim halten? Ich weiß, wer Ihr seid! Ihr gleicht Faramir bis ins kleinste Detail und Euer Charakter ist ebenso edel wie seiner. Ihr könnt nicht länger verwahren, dass Ihr der Zwillingsbruder von Faramir seid!"
„Diese Bürde ist nicht einfach zu tragen. Ich denke, nun versteht Ihr, warum ich so ein zurückgezogenes Leben führe." antwortete er mir und sah zu Boden.
„Ich versichere Euch, dass es kein anderer erfahren wird. Ihr könnt mir vertrauen! Doch bin ich mir sicher, dass der Herr Faramir sicher nichts dagegen hätte, seinen Zwillingsbruder kennen zulernen, zu mal er Morgen nach Lothlórien reitet und die Aussicht gering ist, es ihm an einen anderen Zeitpunkt zu sagen."
„Faramir reitet nach Lothlórien?"
„Ja, Morgen gegen Mittag. Er reitet an Aragorns statt, da er Gondor in der Zeit des Krieges nicht verlassen möchte."
„Verzeiht meine Herrin, aber dürfte ich vielleicht meine Arbeit weiter machen?" hörte ich eine zaghafte Stimme hinter mir. Es war der Schmied, der zur Tür hinein schaute und auf die herumliegenden Schwerter zeigte.
„Ohhh, natürlich dürft Ihr, ich bitte um Entschuldigung." Ich holte ein paar Münzen aus der Tasche und warf sie dem Schmied auf den Tisch. „Schmiedet sein Schwert zuerst und benachrichtigt ihn, wenn es fertig ist. Er wird es dann abholen." Der Schmied nickte, ohne ein Wort zu sagen und machte sich wieder an die Arbeit.
„Ich kenne ein kleines Gasthaus hier gleich um die Ecke. Gehen wir dorthin!" Jaromir stimmte mir zu und ich sah wie er mich schelmisch angrinste.
„Was?" fragte ich ihn.
„Ein rauer Ton herrscht in dieser Stadt seitens der Frauen. Ich glaube nicht, dass ICH mir so etwas gefallen lassen würde! Dieser Mann muss wirklich arm an Würde sein." antwortete er mit einem breiten Grinsen im Gesicht.
Leicht empört erwiderte ich darauf „Ich denke, dieser Schmied war SCHLAU, denn wenn er nicht das gemacht hätte, was ich ihm gesagt hätte, so hätte er sich noch heute eine neue Arbeit suchen müssen, klar soweit?"
„Klar soweit, Herrin! Ich sagte doch, ein rauer Ton herrscht in dieser Stadt."
Im Gasthaus angekommen, setzten wir uns an einen Tisch, der ganz hinten im Wirtshaus stand. Die Ecke war ziemlich dunkel und das Gasthaus bis auf ein paar Gäste, welche bereits angetrunken waren auch ziemlich leer. Jaromir konnte problemlos sein Gesicht zeigen, ohne erkannt zu werden.
„Wo habt Ihr das Schwert gefunden?" fragte ich ihn.
„Mich zog es gestern zur Grabstätte der Könige, da wo mein Vater sich und Faramir das Leben nehmen wollte. Ich weiß nicht, warum es mich gerade dorthin zog, aber ich wollte mir unbedingt diese Stelle ansehen. Hinter einer Königsstatue sah ich etwas funkeln. Das Licht der Sonne, welches durch die kleinen Fenster drang, schien sich in irgendetwas zu spiegeln. Als ich genauer hinsah fand ich dieses Schwert. Die Klinge war zerbrochen, doch der Schaft war noch vollkommen in Ordnung. Ich ging zur Bibliothek und forschte in alten Aufzeichnungen nach. Es ist das Schwert Ecthelions, welches auch mein Vater trug!“
Er stockte kurz, erzählte dann aber weiter. „Ich hoffe aber für den Schmied, dass er gute Arbeit leistet, denn wenn nicht wird er sich nicht nur neue Arbeit suchen müssen sondern auch noch einen neuen Arm!"
So ging es dann noch bis kurz nach Sonnenuntergang. Wir scherzten und erzählten über jegliche Dinge. Es tat wahrlich gut, in solch lustiger und edler Gesellschaft zu sein und man vergaß für einen Moment ganz und gar in welch schlimmen Situation wir uns gerade befanden.

Nun denn, es ist bereits Mitternacht und eine bedrückende Stille liegt über Minas Tirith. Für Morgen werden Reiter aus Rohan erwartet, denn die Männer Gondors reichen keinesfalls für die Verteidigung. Es haben sich im Laufe des Tages auch sehr viele Frauen, selbst Kinder im Waffenlager eingefunden, die nicht tatenlos zusehen wollen, wie ihre Familienmitglieder auf dem Schlachtfeld fallen. Lieber möchten sie mit ihnen zusammen Kämpfen! Aragorn war anfangs dagegen, aber die Frauen ließen sich nichts sagen. König Elessar nahm die Situation gleich wahr und änderte einige der Gesetze Gondors. Ab heute dürfen Frauen an einen Krieg teilnehmen, wenn es in ihren Ermessen ist. Auch ist beschlossen worden, dass das erstgeborene Kind eines Königspaares, egal ob weiblichen oder männlichen Geschlechts Anrecht auf den Thron hat.

Aber nun werde ich langsam zum Ende meiner Aufzeichnungen kommen. Der Tag war lang und ich werde nun auch langsam müde. Ich hoffe, dir geht es gut und pass weiterhin gut auf dich auf!

Lye Laielenwen



P.S. Ja, du hattest richtig gelesen. Jaromir hat dich als wunderschöne Elbenmaid bezeichnet.
23.4.06 20:24
 


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